Häufige Fragen
zur (Teil) Sperrung des Neumarkts und Umlenkung von 800 Bussen
"Die Befürworter der Neumarktumfahrung wollen, dass der Neumarkt eine bessere Aufenthaltsqualität erhält.
Ihre Petition verhindert, dass es besser wird."
Eine Verbesserung auf dem Neumarkt ist auch ohne die (Teil)Sperrung machbar. Mit unserer Petition wollen wir die Verschlechterung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verhindern.Es stimmt, die Aufenthaltsqualität auf dem Neumarkt muss besser werden. Ebenso die Sicherheit. Beides ist für einen zentralen Busknoten notwendig und trägt zur Attraktivität des ÖPNV bei. Auch wir wünschen uns deshalb von der Stadt Osnabrück, dass mehr geschieht. Wir begrüßen zum Beispiel, dass die Stadt den Busumstiegsbereich gegenüber den geplanten "Johannishöfen" (ehemals Wöhrl-
Gebäude) neu gestaltet und dass das Land dies fördert.
Aber: die (Teil)Sperrung des Neumarkts für die nur ca. 70 Meter zwischen Johannisstraße und Kollegienwall ist kein Beitrag zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Sie führt vielmehr zur Verschlechterung der Aufenthaltsqualität auf der über 1000 Meter langen Umfahrungsstrecke. Die jetzt verkehrsberuhigte und begrünte Johannisfreiheit muss dafür betoniert werden. In der jetzigen Fußgängerzone Johannisstraße wird durch noch mehr Busse der Fuß- und Radverkehr in einen Dauerkonflikt mit dem Busverkehr kommen.
Für diese großflächige Entwertung entsteht im Gegenzug noch nicht einmal ein echter Mehrwert in dem (teil)gesperrten Neumarktbereich. Auf der Seite des Amtsgerichts sieht die städtische Planung ohnehin keinen Aufenthaltsbereich vor. Die geplante Aufwertung des Aussenbereichs für die Randgastronomie auf der Seite Große Straße kann auch bei einem Busverkehr aus beiden Richtungen gut umgesetzt werden. Umso besser, als die jetzige Belastung durch Bushalte in Zukunft an dieser Stelle entfallen soll.
"Wenn der Neumarkt für alle Busse offen bleiben soll – was kann man denn tun, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern?"
Wenn unsere Petition erfolgreich ist, ist schon Einiges für die Aufenthaltsqualität gewonnen.Die wertvolle Aufenthaltsfläche auf dem historischen Kirchplatz zwischen Johanniskirche und Neustädter Rathaus bleibt erhalten und kann als innerstädtischer Ruhepol weiter aufgewertet werden.
Für die Einmündung der Johannisstraße in den Neumarkt ist eine Neugestaltung besser möglich, wenn dieser Bereich nicht mit zusätzlichen abbiegenden Bussen belastet wird.
Am Neumarkt selbst sollte die Neugestaltung des Busumstiegsbereichs für eine attraktivere und für die Busnutzer komfortable Gestaltung genutzt werden z.B. durch gute Sitzmöglichkeiten, Regen- und Hitzeschutz und Begrünung. Auch eine zuverlässige und übersichtliche elektronische Fahrgastinformation trägt zu einem guten Aufenthalt der Wartenden bei.
Darüber hinaus bietet die Osnabrücker Innenstadt weitere Möglichkeiten, die Aufenthaltsqualität weiter zu verbessern z.B. hat die Stadt selbst angekündigt den Ledenhof durch zusätzliche Maßnahmen attraktiver zu machen und experimentiert mit einer" Klimaoase" auf dem Nikolaiort. Aber diese Fragen sind nicht Thema unserer Petition.
"Wenn Ihre Petition Erfolg hat, werden Sie doch alles wieder weiter verzögern!"
Im Gegenteil. Ohne den Ausbau der Umfahrungsstrecke spart die Stadt Zeit und Geld. Unnötige Baustellen auf den Umfahrungsstrecken können vermieden werden.
Dem Bau der Umfahrung ist ein umfangreicher Planungsprozess vorgeschaltet. Es gibt zwei Umfahrungsstrecken. Der größte Teil der Busse führt über die Johannisfreiheit, ein kleiner Teil über den Petersburger Wall. Zunächst muss die genaue Verkehrsführung der Busse geklärt sein. Dafür werden u.a. die Ergebnisse eines "Verkehrsmodells" benötigt, mit dem die Verlagerung von Verkehren geprüft wird. Danach soll ein "freiraum- und verkehrsplanerischer Wettbewerb" zur Johannisfreiheit durchgeführt werden.
Falls der Zeitplan der Verwaltung aufgeht, liegen die Ergebnisse des Wettbewerbs Ende 2027 vor. Erst im Anschluss daran soll die konkrete Vorplanung für Verkehr und Freiraum beauftragt werden.
Vorgesehen sind laut Verwaltung auch Veranstaltungen für die Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die Umfahrung führt durch sensible Bereiche. Es beginnt mit der Polizeiwache Innenstadt am Kollegienwall und teilt sich dann Richtung Krankenhäuser oder Richtung Wall.
Wenn man annimmt, dass Haltestellen ca. 400m auseinander liegen, sind sie auf der Wallumfahrung am Pottgraben und am Petersburger Wall zu erwarten. An der Kreuzung Pottgraben / Petersburger Wall mündet der Verkehr aus der Hannoverschen Straße auf den Wallring ein; ein Hauptzubringer für die Innenstadt. Vom Bahnhof kommend staut es sich in diesem Wallabschnitt täglich im Berufsverkehr vor der Linksabbiegerspur Richtung Iburger Straße bis zurück zum Konrad-Adenauer-Ring. Die Bürgersteige dort sind sehr schmal und der Radverkehr teilt sich die Fahrbahn mit dem Autoverkehr. Genau diesen Weg nehmen künftig Linienbusse.
Bei der Umfahrung über die Johannisfreiheit wird die Haltestelle im Bereich der Krankenhäuser liegen. Die hohe Anzahl der Buslinien lässt entsprechend lange Haltestellen erwarten. Alternativ könnten Überholspuren eingeplant werden. Die Bustrasse auf der Johannisfreiheit wird dann entsprechend breiter. Das verstärkt Konflikte mit dem Radverkehr. Gerade der Einbindung des Radverkehrs auf der Johannisfreiheit und in der demnächst noch stärker befahrenen Johannisstraße gebührt besondere Aufmerksamkeit.
Stadtbaurat Weitemeier hat den historischen Kern der Neustadt als städtebaulich sensiblen Bereich identifiziert. Vor den Tiefbauarbeiten auf der Johannisfreiheit werden archäologische Untersuchungen erfolgen. Eventuell werden Gräber umgebettet.
Die Gebäude auf der Johannisfreiheit stehen auf einem sandigen Untergrund und sind bereits durch vorherige Baumaßnahmen geschädigt. Zuletzt wurde bei einem Bauprojekt an der nahgelegenen Süsterstraße ein Nachbargebäude unbewohnbar. Die Bewohner mussten innerhalb von Stunden ihr Haus verlassen.
Daher werden voraussichtlich Bodengutachten und Gebäudeuntersuchungen erfolgen. Die Erfahrungen aus den zurückliegenden Straßenbauprojekten am Rosenplatz und in der Johannisstraße lassen annehmen, dass bei diesem Untergrund umfangreiche Tiefbauarbeiten erfolgen werden, um die schweren Elektrobusse auch im engen Kurvenverlauf mit häufigen Bremsvorgängen zu tragen.
Erst nach Abschluss der Planungen weiß man, wie viele zusätzliche Flächen genau die Stadt für die Realisierung des Vorhabens von den Anliegern benötigt.
Die hier dargestellten Probleme entfallen, wenn der Neumarkt wie bisher von allen Seiten auf dem kürzesten Weg angefahren und durchfahren wird.
