P e t i t i o n
Erhaltet den Busknoten Neumarkt und den Ruhepol Johannisfreiheit!
Keine Mehrbelastung der Johannisstraße!
Die europäische Besonderheit von Osnabrück, liegt in der Neustadt!
Über 200 Jahre jünger, um das Jahr 1000 als selbständige Siedlung gegründet, stand die gesellschaftlich, wirtschaftlich und strukturell schwächere "Neustadt" immer im Schatten der in Sichtweite liegenden dominierenden "Altstadt Osnabrück" - eine Erscheinung, die sich in der mittelalterlichen Frühzeit des europäischen Urbanisierungsprozesses in vielen Städten ebenso oder ähnlich ergeben hat.
Als im 13./14. Jahrhundert ein in ganz Europa auftretender Wachstumsschub inbesonders die jeweils dominierenden Erstansiedlungen zu Erweiterungen über ihre bis dahin schon bestehenden Stadtmauern hinaus zwang, war es anscheinend eine Selbstverständlichkeit, dass die "Neustädte" in die sich ausbreitenden "Altstädte" einbezogen wurden und fast spurlos in ihnen aufgingen.
Osnabrück stellt die einzige bekannte Ausnahme in Europa dar!
In einem völlig singulären, vorbildlosen Prozess, in einer Zeit, in der das Recht des Stärkeren überall bedingungslos eingefordert wurde, tolerierte 1306 die eigentlich bestimmende mächtige Altstadt bei der Vereinigung der beiden Städte (auch mit dem Bau einer gemeinsamen Stadtmauer) das Selbstverwaltungsrecht der schwächeren Neustadt durch das Zugeständnis, einen eigenen Stadtrat mit eigener Budgetverwaltung dauerhaft zu behalten. Außerdem wurde die Neustadt institutionell an den Entscheidungen über äußere Angelegenheiten durch einen gemeinsamen Rat beteiligt.
Mit dem Bau des Neustädter Rathauses und der Neustädter Waage in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden diesem einmaligen Toleranzgeschehen des Mittelalters steinerne Wahrzeichen gesetzt. Die noch erhaltenen Teile des leider im 2.Weltkrieg stark zerstörten Rathauses weisen an dem zentralen Mittelpunkt der Neustadt, der Johannisfreiheit, auch heute noch auf dieses geschichtliche Einzelstellungsmerkmal Osnabrücks hin.
Will man die Bedeutung dieses mittelalterlichen Geschehens in unserer Stadtgeschichte werten und einordnen, so kann man es lediglich der nur für Osnabrück geltenden Regelung des Westfälischen Friedens, der successio alternativa, an die Seite stellen, dem steten Wechsel von katholischem und evangelischen Fürstbischof in der Leitung des Osnabrücker Landes. Beide europaweit einmaligen Regelungen, die von 1306 und die von 1648, haben sich bewährt, haben die Stadtgeschichte geprägt und können als Begründung für den Anspruch "Friedensstadt Osnabrück" gelten!
Leiter der städtische Baudenkmal- und Stadtbildpflege, 1975 bis 2010
Erhaltet den Busknoten Neumarkt und den Ruhepol Johannisfreiheit!
Keine Mehrbelastung der Johannisstraße!
Die europäische Besonderheit von Osnabrück, liegt in der Neustadt!
Über 200 Jahre jünger, um das Jahr 1000 als selbständige Siedlung gegründet, stand die gesellschaftlich, wirtschaftlich und strukturell schwächere "Neustadt" immer im Schatten der in Sichtweite liegenden dominierenden "Altstadt Osnabrück" - eine Erscheinung, die sich in der mittelalterlichen Frühzeit des europäischen Urbanisierungsprozesses in vielen Städten ebenso oder ähnlich ergeben hat.
Als im 13./14. Jahrhundert ein in ganz Europa auftretender Wachstumsschub inbesonders die jeweils dominierenden Erstansiedlungen zu Erweiterungen über ihre bis dahin schon bestehenden Stadtmauern hinaus zwang, war es anscheinend eine Selbstverständlichkeit, dass die "Neustädte" in die sich ausbreitenden "Altstädte" einbezogen wurden und fast spurlos in ihnen aufgingen.
Osnabrück stellt die einzige bekannte Ausnahme in Europa dar!
In einem völlig singulären, vorbildlosen Prozess, in einer Zeit, in der das Recht des Stärkeren überall bedingungslos eingefordert wurde, tolerierte 1306 die eigentlich bestimmende mächtige Altstadt bei der Vereinigung der beiden Städte (auch mit dem Bau einer gemeinsamen Stadtmauer) das Selbstverwaltungsrecht der schwächeren Neustadt durch das Zugeständnis, einen eigenen Stadtrat mit eigener Budgetverwaltung dauerhaft zu behalten. Außerdem wurde die Neustadt institutionell an den Entscheidungen über äußere Angelegenheiten durch einen gemeinsamen Rat beteiligt.
Mit dem Bau des Neustädter Rathauses und der Neustädter Waage in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden diesem einmaligen Toleranzgeschehen des Mittelalters steinerne Wahrzeichen gesetzt. Die noch erhaltenen Teile des leider im 2.Weltkrieg stark zerstörten Rathauses weisen an dem zentralen Mittelpunkt der Neustadt, der Johannisfreiheit, auch heute noch auf dieses geschichtliche Einzelstellungsmerkmal Osnabrücks hin.
Will man die Bedeutung dieses mittelalterlichen Geschehens in unserer Stadtgeschichte werten und einordnen, so kann man es lediglich der nur für Osnabrück geltenden Regelung des Westfälischen Friedens, der successio alternativa, an die Seite stellen, dem steten Wechsel von katholischem und evangelischen Fürstbischof in der Leitung des Osnabrücker Landes. Beide europaweit einmaligen Regelungen, die von 1306 und die von 1648, haben sich bewährt, haben die Stadtgeschichte geprägt und können als Begründung für den Anspruch "Friedensstadt Osnabrück" gelten!
Bruno Switala
Leiter der städtische Baudenkmal- und Stadtbildpflege, 1975 bis 2010
